Tomaten pflanzen leicht gemacht

Wer Tomatensamen kauft, bekommt in der Regel Hybridsorten (mit F1 oder F1-Hybrid gekennzeichnet) oder sogenannte veredelte Tomatensorten. Auch die Tomaten vom Supermarkt sind in der Regel Hybridsorten. Diese eignen sich nicht zur Nachzucht, da die positiven Eigenschaften der Elternpflanzen nicht beibehalten werden. Hybridsorten haben den Vorteil, dass die Erträge größer sind und die Pflanzen weniger krankheitsanfällig.

Wer nicht jedes Jahr neues Saatgut kaufen möchte, sollte auf alte Sorten zurückgreifen. Zum Beispiel kann ich hier die goldgelbe Auriga, die Big Rainbow Fleischtomate oder die Black Krim empfehlen. Bei den Hybrid-Tomaten ist die Tomate Harzfeuer F1 oder die Rispentomate Pepe F1 sehr beliebt.

Tomaten selber ziehen

Wer die Tomatensamen selbst ernten möchte, der muss darauf achten, dass er Tomaten der alten Sorte nutzt und nicht etwa die Tomaten einer Hybridsorte. Denn bei Hybridpflanzen werden die positiven Eigenschaften der Elternpflanzen nicht mit vererbt. Selbst im Bio-Supermarkt bekommt man nicht immer Tomaten der alten Sorten. Idealerweise nutzt man also die Tomaten einer selbst angepflanzten Tomate, um sicherzustellen, dass es sich um eine alte Sorte handelt.

Für die Samenernte eignen sich nur vollreife Früchte von gesunden Pflanzen. Das Fruchtfleisch gibt man nun in ein Glas mit Wasser und bedeckt es mit einer Frischhaltefolie. Nun setzt die Gärung ein, in welcher sich die schleimige Schicht um die Samen löst. Dieser Prozess kann ein bis zwei Tage dauern, die Samen fallen auf den Boden und sind nun rauh und nicht mehr glitschig. Sobald sie diese Rauhigkeit erreicht haben, müssen sie sofort aus dem Glas entfernt werden, da sie sonst anfangen zu keimen. Mit einem Sieb kann man nun die Samen vom Fruchtfleisch trennen. Die Samen müssen nun auf einem Küchenpapier trocknen. Über den Winter sollten die gewonnenen Tomatensamen in einer verschlossenen, lichtdichten und trockenen Dose aufbewahrt werden.

Anzuchterde Tomaten selber machen

Normaler Gartenboden ist meist zu lehmig, um eine Wurzelbildung zu gewährleisten. Anzuchterde besteht aus Humus und Sand, diese Kombination ist lockerer und kann gleichzeitig viel Wasser speichern. Viele Gärtner schwören auf selbstgemachte Anzuchterde, zudem ist diese auch viel günstiger als die Anzuchterde aus dem Baumarkt. Die Anzuchterde kannst du sehr einfach selbst herstellen, nutze hierfür einfach 1/3 Sand, 1/3 Humus und 1/3 gut ausgereiften Kompost. Um sicherzustellen, dass keine Schimmelpilze oder Unkrautsamen in deinem Gemisch sind, kannst du die Erde bei 120 Grad etwa eine Dreiviertelstunde auf einem alten Backblech in den Ofen schieben. Sobald die Erde ausgekühlt ist, hast du die perfekte Anzuchterde. Optional kannst du noch Perlite-Granulat unter die Anzuchterde mischen, um eine bessere Durchlüftung zu gewährleisten.

Anzuchtbeet Tomaten selbst machen

Natürlich gibt es tolle Anzuchtbeete für die Fensterbank mit Heizung und allem Drum und Dran. Es geht aber auch ganz simple. Ich habe alte Plastikbehälter genommen, diese mit der Anzuchterde befüllt und mit Holzspießen und etwas Folie eine Abdeckung gebaut. Mein Anzuchtbeet steht auf der Fensterbank, wo es sonnig ist und zusätzliche Wärme vom Heizkörper kommt. Sieht nicht so hübsch aus, wie die Fertig-Anzuchtbeete. Aber funktioniert 1a!

Tomaten aussäen

Du solltest dein Gefäß bis maximal einen Zentimeter unter dem Rand mit Anzuchterde befüllen. Anschließend die Erde gießen, bevor die Samen ausgesät werden. So vermeidest du, dass die kleinen Samen weggespült werden. Die Erde nicht klitschnass machen, sondern nur gut befeuchten. Anschließend die Samen mit 2-3 Zentimetern Abstand aussäen und ganz leicht mit Erde bedecken. Nach etwa 10 Tagen kommen die ersten Pflänzchen. Denke daran, die Erde immer gut zu befeuchten. Idealerweise mit einer kleinen Sprühflasche, so werden die Samen nicht weggeschwemmt. Übrigens: Werden die Tomatenpflänzchen nur lang und dürr, stimmt das Licht-Wärme Verhältnis nicht. Tomaten brauchen es hell und wachsen daher zum Licht hin. Daher ist der optimale Standort wichtig für die Aufzucht.

Tomatenpflanzen pikieren

Unter Pikieren versteht man das Auseinandersetzen der Tomatenpflänzchen. Dies tut man in der Regel dann, wenn sich die ersten Keimblätter gebildet haben. Wichtig ist, dass beim Pikieren die Wurzeln nicht verletzt werden. Anschließend setzt man die Tomatenpflänzchen in größere Töpfchen, so dass sie Platz zum Gedeihen haben. In der Regel sollte man die Tomaten erst Mitte Mai nach draußen setzen. Wer ein Gewächshaus hat, kann dies jedoch schon früher tun.

Du magst vielleicht auch